Tourismusverband München-Oberbayern e.V.
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In Oberbayern regieren authentische Traditionen und Gemütlichkeit

Trachten, Bier und Bräuche

Schmucke Dörfer mit weiß-blauen Maibäumen neben markanten Zwiebelkirchtürmen, sattgrüne Wiesen und saftige Almen, beeindruckende Felsriesen und fast 300 Seen, die der Landschaft ihren besonderen Reiz verleihen: Wer in Deutschlands größtem Urlaubsland Ferien macht, taucht in eine intakte Bilderbuchwelt ein, in der kulturelle Highlights Akzente setzen. Fast nebenbei kommen Gäste in Berührung mit authentischer Tradition und tief verwurzeltem Brauchtum.

Das Münchner Oktoberfest als größtes Volksfest der Welt, aber auch die zahlreichen Biergärten landauf landab sind längst Synonym bayerischer Lebensart. In kaum einer anderen oberbayerischen Region ist die Biertradition so ausgeprägt wie im Chiemgau. Zu Recht darf sich Traunstein als die Chiemgauer Hauptstadt des Bieres bezeichnen. Hier findet man nicht nur das berühmte Traunsteiner Hofbräuhaus, sondern auch die Brauerei Schnitzlbaumer mit herrlicher Brauereigaststätte und die Brauerei Wochinger mit schönem Biergarten. In der näheren Umgebung laden zudem die Chiemseebrauerei in Grabenstätt, die Schlossbrauerei Stein mit Erlebniswelt und sagenumwobener Felsenhöhlenburg sowie die Private Landbrauerei Schönram bei Petting zur Einkehr ein. Wer mehr über die Braukunst erfahren möchte, kann an speziellen Führungen im Hofbräuhaus Traunstein teilnehmen. Unter dem Stichwort „Entdecken-erleben-verkosten“ gibt es hier fünf Stationen zu besichtigen: den Malzboden, das Sudhaus mit einer Show, Gärkeller, Lagerkeller und die Füllerei.

Außergewöhnliche Ausflüge in die Welt des Gerstensaftes bietet die Schlossbrauerei Stein an. Kernstück ist die mächtige Felsenhöhlenburg direkt am Brauereigelände, in der einst der Raubritter Heinz vom Stein sein Unwesen trieb. Das Höhlensystem wurde im 12. Jahrhundert durch den Felsen getrieben, der sich an vielen Stellen öffnet und dem Besucher einen Fernblick auf die umliegende Landschaft erlaubt.

Traditionen von Kopf bis Fuß
Für viele gehört die Tracht zu Oberbayern wie das Bier. Zahlreiche Handwerksmeister bieten noch heute ihre uralten Künste. Bei Säcklermeisterin Gabriele Engelhart in Gmund am Tegernsee etwa lässt man sich wertvolle Beinkleider schneidern. Oder beim „Leder Gaukler“ in Bad Reichenhall im Berchtesgadener Land, der für seine Hosen nur Leder von Wildtieren verwendet, die in der freien Natur ein bewegtes Leben geführt haben, das seine Spuren auch auf der Tierhaut hinterlassen hat.

Mit Thomas Sutter beherrscht ein weiterer bekannter Säcklermeister die hohe Hosen-Kunst, die er in seiner Werkstatt in Garmisch-Partenkirchen vom Zuschneiden des Leders bis hin zur Anfertigung der typischen Hosenträger zelebriert. Trendsetter können auch das Trachtenhaus der Familie Stöger in Peiting im Pfaffenwinkel ansteuern, wo man kostbare Hosen aus teurem Hirschleder ganz nach eigenen Wünschen fertigen lässt. Reichlich Inspiration für das individuelle Stück findet man im Tracht-Informationszentrum in Benediktbeuern, wo historische Hosen zu sehen sind, die schon über 100 Jahre auf dem ausgebeulten Buckel haben.

Perfekt wird die Erscheinung aber erst durch authentische Accessoires wie bestickte Hosenträger. An besonders liebevoll gefertigten Riemen erkennt man die Männer aus dem Werdenfelser Land. Schließlich ist es am Fuße von Deutschlands höchstem Berg üblich, dass die Frauen ihren Liebsten die traditionellen Träger mit Emblemen, Bildern und Mustern versüßen.

Zu Bewundern gibt’s die Trachten in Hülle und Fülle an Festtagen wie dem 1. Mai und Fronleichnam sowie bei den prächtigen Leonhardifahrten im Herbst, mit denen die Gläubigen um den Beistand des heiligen Leonhards bitten, der Pferde und Vieh vor Krankheiten bewahren soll.

Ein weiterer, außergewöhnlicher Brauch lockt alljährlich am Ostermontag nach Traunstein. In den bunten Kostümen des ausklingenden Mittelalters treffen sich dort Landsknechte mit Bauern und Stadtvolk zum prunkvollen, uralten Georgiritt. Der Reiterzug wird von einem Herold angeführt. Er erhebt um Punkt zehn Uhr seinen Stab und ruft mit erhobener Stimme über den Stadtplatz: „Hie gut allweg, alten Brauches Pfleg, nach Ettendorf wir reiten, wie zu Väters Zeiten.“ Dann läuten die Glocken, feierliche Fanfarenklänge ertönen. Trommler ziehen durch die Gassen, gefolgt von Schwerttänzern. Den Kern des Zuges bildet jedoch die Trachtengruppe mit den Bauernreitern. Der Vorreiter mit dem Bilde des Kirchenpatrons auf der Standarte, dann die lange Reihe der schönsten und kräftigsten Pferde, Mähnen und Schweife mit bunten Bändern in den Farben des Dorfes geschmückt und kunstvoll durchflochten mit Bast und Stroh.

Abschluss und zugleich Höhepunkt des alljährlichen Georgirittes bildet der historische Schwertertanz. Der Tanz, eingerahmt von Vorspruch, Schwertlied und Epilog, stellt die Austreibung des Winters durch den Frühling dar und wird seit 1926 regelmäßig auf dem Stadtplatz aufgeführt.

Weitere Informationen unter www.oberbayern.de

Der Tourismusverband München-Oberbayern e.V. ist der touristische Dachverband im Regierungsbezirk Oberbayern. Der größte touristische Verband Deutschlands bündelt die Interessen von über 350 Mitgliedern und steht für 32 Millionen Übernachtungen (in Betrieben ab neun Betten).

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