Tourismusverband München-Oberbayern
Wanderbares Oberbayern
Durch wilde Schluchten streifen, Gipfel stürmen, einsame Almen erkunden, an urwüchsigen Ufern wandern oder sogar eine Millionen-Metropole per Pedes entdecken – wer gerne zu Fuß unterwegs ist, findet in Oberbayern unzählige Gelegenheiten, die Wanderschuhe zu schnüren und einfach loszulaufen. Egal ob sportlich Ambitionierte, Genusswanderer, Spaziergänger oder Familien mit kleinen Kindern: Durch Deutschlands Ferienregion Nummer eins schlängeln sich tausende von Wegen, an denen sich Natur- und Kulturattraktionen aneinanderreihen.
Zu den spektakulärsten Routen zählen sicherlich die erschlossenen Schluchten, die sich entlang der Alpenkette durch die Berge gegraben haben. In Garmisch-Partenkirchen hebt sich der Vorhang für ein außergewöhnliches Naturschauspiel: Bis zu 80 Meter ragen die Felsen in der Partnachklamm empor, zwischen denen man entlang des tosenden Flusses durch die Klamm gelangt. In engen Tunneln und auf schmalen Steigen erlebt man auch das Abenteuer Höllentalklamm, die im benachbarten Zugspitzdorf Grainau zum Streifzug in die Urgewalt der Natur einlädt. Tief eingeschnitten ins Hochgebirge stürzt sich der Hammersbach über Felsvorsprünge und tost lautstark hinab ins Tal.
Und ewig lockt der See
Von seiner sanften Seite erleben Wanderer das Wasser dagegen an den zahlreichen Seen in Oberbayern, von denen manche sogar Weltruhm erlangt haben. Darunter der Königssee im Berchtesgadener Land, der nicht nur für sein Echo, sondern auch für seine Schönheit bekannt ist. Rund um das idyllische Gewässer ragen mächtige Berge in den weiß-blauen Himmel und wer einen einmaligen Blick auf den Königssee genießen möchte, sollte die Archenkanzel erklimmen, wo sich nach einem Aufstieg durch schattige Wälder und satte Almen ein einzigartiges Panorama offenbart.
Vis-a-vis mit den beiden Waxensteinen und der 2.962 Meter hohen Zugspitze wandert man am einsamen Badersee bei Grainau, der sich mit seinem smaragdgrünen Wasser zu Füßen von Deutschlands höchstem Berg ausbreitet. Der Blick auf die mächtigen Alpengipfel zählt auch entlang des Staffelsees, des Walchensees und des Chiemsees zu den ständigen Begleitern der Wanderer. Alle Seen können auf ausgewiesenen Wegen erkundet und sogar umrundet werden, wobei der Chiemsee mit rund 60 Kilometern in mehrere abwechslungsreiche Etappen aufgeteilt werden sollte.
Unterschiedlichste Eindrücke warten auch am mondänen Starnberger See, dessen 60 Kilometer langer Uferweg so einiges zu bieten hat: Ansehnliche Villen und Schlösser säumen vielerorts den Pfad, während nur wenige Kilometer weiter schon versteckte Buchten, Strände, Wiesen und Wälder die Kulisse bilden. Zudem locken zahlreiche schattige Biergärten direkt am Ufer zur Einkehr. Übrigens: Am Starnberger See kann man bequem mit der S-Bahn pendeln und die einzelnen Touren so nach Lust und Laune abkürzen. Wer mag, geht an Bord eines Schiffes und setzt die Wanderung auf der anderen Seeseite fort. Diesen Luxus bietet übrigens auch der benachbarte Ammersee, an dessen Ufer sich bei Herrsching ein Abstecher durchs wilde Kiental hinauf zu Kloster Andechs lohnt.
Wo Deutschlands höchste Gipfel warten
Wer majestätische Berge erklimmen möchte, findet zahlreiche Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Drei Wege führen allein auf die Zugspitze, den höchsten Felsriesen Deutschlands mit seinen 2.962 Metern. Was viele nicht wissen: Die Route durchs Reintal schaffen sogar durchschnittlich trainierte Wanderer. Nicht weit entfernt ist das Graswangtal in den Ammergauer Alpen, die für ihre urwüchsige Idylle bekannt sind. Von der landschaftlichen Schönheit war schon Märchenkönig Ludwig II. begeistert, der sich hier in der Abgeschiedenheit mit Schloss Linderhof sein Lieblings-Refugium errichten ließ.
Alpine Attraktion und adliges Flair locken auch auf den 1.731 Meter hohen Herzogstand, der sich majestätisch über dem Tölzer Land erhebt. Viele blaublütige Regenten, allen voran Ludwigs Vater Maximilian, zog es immer wieder auf den Aussichtsberg, auf dem man einen traumhaften Blick über die Seen des Voralpenlandes und die Alpen genießt. Wer das Panorama per Pedes erkunden möchte, braucht eine gute Kondition und sollte schwindelfrei sein.
Jede Menge Ausdauer benötigt man auch für eine Tour auf das bis zu 2.713 Meter hohe Watzmannmassiv im Berchtesgadener Land: Beim Anstieg auf das Hocheck, einen Nebengipfel, müssen über 2000 Höhenmeter überwunden werden. Zu den leicht erschwinglichen Bergen zählt dagegen der Wallberg am Tegernsee, dessen Gipfelkreuz auf rund 1.722 Metern in den Himmel ragt. Breite, schattige Wege führen auf den Aussichtsberg, wo ein Panoramarestaurant zur Brotzeit mit phantastischem Ausblick einlädt.
Mit allerhand frischen Köstlichkeiten können sich auch diejenigen belohnen, die von Reit im Winkl auf die Winklmoos-Alm wandern. Das malerische Hochplateau, das als Heimat von Ski-Star Rosi Mittermaier berühmt wurde, bietet sich zudem als Startpunkt für weitere Ausflüge in die Bergwelt des Chiemgaus an. Zu den reizvollsten Touren gehören Dürrnbachhorn, Fellhorn und die Eggenalm. Unterwegs spaziert man durch eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch, die mit satten Almen, schattigen Bergwäldern und kristallklaren Gebirgsbächen so manches Oberbayern-Klischee bestätigt.
Wer der Zivilisation für einige Tage entfliehen und in der Bergwelt der Chiemsee-Region versinken möchte, wandert von der Kampenwand bei Aschau aus von Hütte zu Hütte. Die 30 Kilometer lange Tour, aufgeteilt in drei Tagesetappen, führt bis ins Hochriesgebiet, das mit seinen gut markierten Wegen und zahlreichen, versteckten Steigen als Wanderparadies gilt.
Kirchen, Klöster, Könige
Lust auf mehr? Mit dem 120 Kilometer langen König-Ludwig-Weg schlängelt sich einer der reizvollsten Fernwanderwege durch Oberbayern. Von Berg am Starnberger See aus geht es vorbei an barocken Kirchen, Klöstern und Königsschlössern. Sakrale Prachtbauten säumen auch den Prälatenweg, der das schwäbische Marktoberdorf mit Kochel am See im Tölzer Land verknüpft. Die 140 Kilometer lange Fernwanderstrecke führt unter anderem durch den Pfaffenwinkel mit seinen sehenswerten Klöstern Polling, Steingaden und Rottenbuch. Nirgendwo sonst gibt es übrigens eine höhere Dichte an Kirchen und Klöstern wie im Herzen Oberbayerns, das zwischen Lech und Loisach schlägt.
Laufend sein Wissen erweitern
Apropos Herz: Dass Wandern für den Körper eine Wohltat bedeutet, ist unbestritten. Wer aber Schritt für Schritt auch seinem Geist etwas Gutes tun möchte, findet in Oberbayern eine Vielzahl interessanter Themenwege, auf denen man laufend sein Wissen erweitert. So wie im Chiemgau. Nicht weniger als 250 Millionen Jahre Erdgeschichte warten am Hochfelln darauf, erkundet zu werden. Zahlreiche Relikte des Urmeeres gibt es hier zu entdecken und zu bestaunen, darunter Fossilien, seltene Pflanzen und sogar den Gipfel selbst, der aus Korallen- und Muschelkalk besteht.
In die jüngere Vergangenheit Oberbayerns geht es in Schneizlreuth im Berchtesgadener Land, wo ein sechs Kilometer langer Weg durch die Ära der Salzgewinnung führt, während sich in Schongau im Pfaffenwinkel alles um das Thema „Mühlen“ dreht. Wanderer können hier noch tüchtige Räder bewundern und anschließend im Hammerschmiedemuseum zahlreiche stumme Zeitzeugen kennen lernen.
Auf lautes Piepsen und Trällern müssen sich dagegen diejenigen einstellen, die sich in Grabenstätt am Chiemsee auf eine Vogelstimmenwanderung begeben. Experten führen sie zu den besten Plätzen, von denen aus sich die einzigartige Vogelwelt herrlich beobachten und belauschen lässt. Unterwegs erfahren die Teilnehmer alles über die gefiederten Bewohner der Uferregion – in der übrigens im Winter bis zu 30.000 Exemplare eine riesige Vogel-Metropole bilden.
Mit der U-Bahn zum Wandern
Oder wie wär’s mal mit einer Großstadt-Wanderung? In Bayerns Landeshauptstadt München schnürt man die Wanderstiefel, steigt in die U-Bahn und startet ab Isartor eine außergewöhnliche Tour. Praterinsel, Maximilianeum, Luitpoldbrücke, Nationalmuseum und natürlich der Englische Garten markieren die einzelnen Stationen dieser urbanen Wanderung, die zudem über den Odeonsplatz, den Max-Joseph-Platz und den Viktualienmarkt führt und somit die schönsten Sehenswürdigkeiten der Metropole verbindet.
Weitere Informationen unter www.oberbayern.de
Der Tourismusverband München-Oberbayern e.V. ist der touristische Dachverband im Regierungsbezirk Oberbayern. Der größte touristische Verband Deutschlands bündelt die Interessen von über 350 Mitgliedern und steht für 32 Millionen Übernachtungen (in Betrieben ab neun Betten).
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