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10. August 2021
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Sommerfrische in Bad Reichenhall, Oberbayern: Wie einst Sigmund Freud vor 120 Jahren

Thumsee-Idyll damals wie heute

Bereits vor 120 Jahren galt der Thumsee nahe Bad Reichenhall/Oberbayern als beliebtes Urlaubsziel – und das nicht von irgendwem: Sigmund Freud, weltberühmter Begründer der Psychoanalyse, verbrachte im Sommer 1901 gemeinsam mit seiner Familie mehrere Wochen dort und ließ dafür auch mal seine wissenschaftliche Arbeit liegen. „Die Familie empfand den Aufenthalt am Thumsee als einen der schönsten Urlaube überhaupt, auch wenn er für Sigmund Freud eher improvisiert war, nachdem sich andere Ferienpläne zerschlagen hatten“, weiß der Bad Reichenhaller Stadtarchivar Dr. Johannes Lang. Noch heute dient das idyllische Naherholungs- und Wandergebiet oberhalb der Alpenstadt nicht nur als willkommene Abkühlung bei heißen Temperaturen, sondern ist auch Startpunkt zahlreicher Touren in der Region. Durch beinah unberührte Natur etwa verläuft ein Rundweg um den glasklaren Gebirgssee. Beste Ausgangsposition dafür ist der direkt am Ufer gelegene Seewirt, wo schon Sigmund Freud residierte und Gäste heute feinste österreichische Schmankerl genießen. www.bad-reichenhall.de
Foto (download): Der rund ein Kilometer lange Thumsee befindet sich im Herzen des nach ihm benannten Landschaftsschutzgebiets östlich der oberbayerischen Alpenstadt Bad Reichenhall. Bildnachweis: Bad Reichenhall Tourismus & Stadtmarketing

Sigmund Freuds Sommerfrische 1901
120 Jahre sind vergangen, seitdem der Wiener Neurologe Sigmund Freud zu Besuch am Bad Reichenhaller Thumsee war. Und noch heute ist der türkisblaue Naturbadesee nahe der oberbayerischen Alpenstadt bei Einheimischen wie Urlaubern so beliebt wie eh und je. „Freud war offenbar sehr begeistert von der Gegend, von den – wie er schreibt – bis an den See hinunter reichenden Alpenrosen, dem ‚kleinen grünen Wasserbecken‘, den umliegenden Wäldern und den dort wachsenden Erdbeeren“, erzählt Stadtarchivar Dr. Lang. „Er verbrachte die Zeit überwiegend mit Angeln und Pilzesammeln oder unternahm mit der Familie Ausflüge in die Stadt Bad Reichenhall, etwa zur Besichtigung der ehemaligen Stiftskirche St. Zeno oder des Museums Bad Reichenhall.“ Am Seewirt, in dem die Familie damals nächtigte, findet sich heute eine Informationstafel mit Hinweisen zu Freuds Sommerurlaub. „Sein Aufenthalt ist auch für die Geschichtswissenschaft sowie die Antisemitismusforschung von Interesse. Denn aus den Erinnerungen von Freuds Sohn Martin ist ein antisemitischer Vorfall belegt, der sich am Thumsee ereignete. Freud ist somit ein prominentes Opfer des sogenannten Bäder-Antisemitismus“, so der habilitierte Historiker.
Foto (download): Im Jahr 1901 verbrachte der bekannte Wiener Neurologe Sigmund Freud samt Familie einige Wochen am Bad Reichenhaller Thumsee, unter anderem mit Angeln und Ruderbootfahren. Bildnachweis: Bad Reichenhall Tourismus & Stadtmarketing

Vom Seewirt auf den Thumsee Rundwanderweg
Seine Terrasse reicht direkt ans Wasser und er gilt als idealer Startpunkt für Wander- und Bergtouren: der Seewirt am Bad Reichenhaller Thumsee. Schon 1901 galt die urige Stätte als beliebtes Ausflugsziel insbesondere für Kurgäste. „Manchmal riefen sie ihre Bestellungen sogar von der anderen Uferseite aus über den See, sodass die Tische dann bereits gedeckt waren, wenn sie tatsächlich eintrafen“, erzählt Dr. Lang. Damals nächtige auch Sigmund Freud mit Familie in dem Gasthof – zu der Zeit die einzige Unterkunft, die es am See gab. Ausgangspunkt vieler Wanderrouten ist das dortige Wegezentrum. So führt etwa der leichte, zweieinhalb Kilometer lange Thumsee Rundwanderweg vorbei an Liegewiese und Thumseebad weiter durch größtenteils idyllische Natur. Am Ostufer befindet sich außerdem das Seemösl, Deutschlands älteste Seerosenfarm. Bereits 1936 angelegt, verläuft an dieser Stelle ebenso der Soleleitungsweg in Richtung Weißbachschlucht.
Foto (download): Der Rundweg am Thumsee oberhalb von Bad Reichenhall/Oberbayern führt Wanderer vorbei an idyllischen Badeplätzen sowie am Gasthaus Seewirt
Bildnachweis: Bad Reichenhall Tourismus & Stadtmarketing

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