PRESSE-INFO

26. November 2020

Weihnachtstraditionen neu entdeckt

Stimmungsvolle Adventsbräuche im Alpenraum

Zur Vorweihnachtszeit liegt eine ganz besondere Atmosphäre in der Luft: Wohnräume werden geschmückt, Plätzchenduft erfüllt das Haus, Kerzenschein beleuchtet die Fenster. In den letzten Wochen des Jahres nimmt man sich mehr Zeit für die Familie und lässt gemeinsam liebgewonnene Traditionen aufleben. Die Adventsbräuche im Alpenraum sind meist christlichen Ursprungs und finden in abgewandelter Form noch heute großen Anklang. Hier kommen fünf Beispiele aus Bayern, Tirol, Südtirol und dem Tessin. www.hermann-meier.de

Dank der rund 3.000 Weihnachtsschützen, davon gut 1.100 aktive Mitglieder in 17 Vereinen, gehört das Berchtesgadener Christkindl-Anschießen zu Bayerns immateriellem KulturerbeBildnachweis: Berchtesgadener Land Tourismus

Berchtesgadener Land, Oberbayern/Deutschland
Bayerns böllernde Weihnachtsschützen
Lautes Knallen zur „staden“ Zeit? Das ist eine einzigartige Tradition im oberbayerischen Berchtesgaden. Denn im Advent versammeln sich dort die Weihnachtsschützen. Mit ihren großkalibrigen Handböllern geben sie Schüsse, Schnellfeuer und Salven ab, die dumpf durch den gesamten Talkessel hallen. Der jahrhundertealte Brauch geht zurück auf eine Zeit, in der die Menschen im Berchtesgadener Land mit Kettengerassel, Glockenläuten und Lärm die raue Winterzeit vertreiben wollten. Was man zunächst als heidnischen Aberglauben abtat oder gar verbot, wurde letztlich christlich. Und so beginnt alljährlich eine Woche vor Heiligabend, am 17. Dezember um 15 Uhr, das Berchtesgadener Christkindl-Anschießen. Begleitet werden die Weihnachtsschützen von den Kirchenglocken im Ort. Das besondere Konzert wiederholt sich täglich zur gleichen Uhrzeit, Höhepunkt ist dann am 24. Dezember die letzte halbe Stunde vor der mitternächtlichen Christmette. Die Berchtesgadener freuen sich ein ums andere Mal über ein Ritual, das es so nur bei ihnen gibt. www.berchtesgaden.de
Foto (download): Dank der rund 3.000 Weihnachtsschützen, davon gut 1.100 aktive Mitglieder in 17 Vereinen, gehört das Berchtesgadener Christkindl-Anschießen zu Bayerns immateriellem KulturerbeBildnachweis: Berchtesgadener Land Tourismus

Handgemachte Tradition im Schweizer Tessin – die Einwohner von Vira Gambarogno am Lago Maggiore lassen die Weihnachtsgeschichte alljährlich als Open-Air-Krippenausstellung auflebenBildnachweis: Gambarogno Turismo

Lago Maggiore, Tessin/Schweiz
Innehalten beim kunstvollen Krippenbummel
Zur Adventszeit bringen viele Tessiner Dörfer traditionell die Weihnachtsgeschichte auf ihre Straßen und Gassen. Dem Brauch der Krippenausstellungen folgen auch die Anwohner von Vira Gambarogno am Ufer des Lago Maggiore, gegenüber von Locarno in der italienischen Schweiz gelegen. Nicht nur ansässige Künstler, auch Privatpersonen, sogar Kinder basteln Figuren-Ensembles und liefern sich einen kreativen Wettstreit, während sie die Tessiner Gemeinde von 13. Dezember 2020 bis 6. Januar 2021 in eine Galerie unter freiem Himmel verwandeln. Wie aus der Zeit gefallen wirken die detailverliebten Darstellungen auf kleinen Plätzen, unter Arkaden, in Eingängen oder Mauernischen der dickwandigen Häuser. www.ascona-locarno.com, www.ticino.ch
Foto (download): Handgemachte Tradition im Schweizer Tessin – die Einwohner von Vira Gambarogno am Lago Maggiore lassen die Weihnachtsgeschichte alljährlich als Open-Air-Krippenausstellung aufleben. Bildnachweis: Gambarogno Turismo

Während der mystischen Zeit der Raunächte zwischen Weihnachten und Dreikönig werden im Tiroler Lechtal nach jahrhundertealter Tradition negative Energien durch Räuchern aus den Häusern vertrieben. Bildnachweis: Tiroler Lechtal/Daniela Pfefferkorn

Tiroler Lechtal, Tirol/Österreich
„Racha geha“ für einen guten Start ins neue Jahr
Während das Räuchern früher in weiten Teilen Tirols üblich war, wird die jahrhundertealte Tradition inzwischen nur noch in wenigen Gebieten ausgeübt. Grund für das Räuchern war ursprünglich der Aberglaube der Menschen, denn demnach sollte zur Zeit der Raunächte das Tor zur „Anderswelt“ besonders weit offen stehen für finstere Mächte und Dämonen. Im Tiroler Lechtal heißt es in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember zum ersten Mal „Racha geha“ und Haus sowie Hof von negativen Energien befreien. Dabei werden Kräuter vom Frauenbuschen, der am 15. August zu Mariä Himmelfahrt geweiht wurde, auf ein Stövchen gegeben und die Kerze darunter angezündet. „Die Familie geht damit gegen den Uhrzeigersinn Raum für Raum durchs ganze Haus“, erklärt Expertin Daniela Pfefferkorn den Ablauf. Sie ist eine von zwei Dutzend Kräuterhexen aus der Region mit zertifizierter Ausbildung. Wichtig seien vor allem die Ecken und das gründliche Lüften im Anschluss, so die gebürtige Lechtalerin. „Es darf kein Familienmitglied fehlen, das würde Unglück bringen.“ Das Ritual wird jeweils in der Nacht vor Silvester und dem Dreikönigstag wiederholt. So starten die Hausbewohner mit guten Gedanken ins neue Jahr. www.lechtal.at
Foto (download): Während der mystischen Zeit der Raunächte zwischen Weihnachten und Dreikönig werden im Tiroler Lechtal nach jahrhundertealter Tradition negative Energien durch Räuchern aus den Häusern vertrieben. Bildnachweis: Tiroler Lechtal/Daniela Pfefferkorn

Wie entsteht einen Strohstern? Auf den „Roter Hahn“-Höfen in Südtirol zeigen die Bauersleute gern, wie’s gemacht wird. Bildnachweis: „Roter Hahn“/Frieder Blickle

„Roter Hahn“,Südtirol/Italien
Vom eigenen Stroh zum Stern
Ein reich dekorierter Christbaum lässt Kinderaugen leuchten – vor allem, wenn der Schmuck selbst gemacht ist. Auf zahlreichen Südtiroler Urlaubsbauernhöfen des Qualitätssiegels „Roter Hahn“ ist das Basteln von Strohsternen ein alter Adventsbrauch, bei dem große und kleine Gäste gern miteinbezogen werden. Das Besondere: Die Strohalme stammen zumeist aus der eigenen Scheune der Gastgeberfamilie. Unter Anleitung der erfahrenen Bäuerin und mithilfe von rotem Faden sowie etwas Geschick gelingt selbst den Kleinsten ein kunstvoller Strohstern für den heimischen Weihnachtsbaum. Eine Bastelanleitung finden Interessierte außerdem hier. www.roterhkahn.it
Foto (download): Wie entsteht einen Strohstern? Auf den „Roter Hahn“-Höfen in Südtirol zeigen die Bauersleute gern, wie’s gemacht wird. Bildnachweis: „Roter Hahn“/Frieder Blickle

Von Fügen im Tiroler Zillertal eroberte das Weihnachtslied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ Anfang des 19. Jahrhunderts die Welt. Das dortige Museum liegt nur einen Steinwurf vom österreichischen Skigebiet Hochfügen entfernt. Bildnachweis: Salzburger Land Tourismus 

Hochfügen, Tirol/Österreich
„Stille Nacht!“ aus dem Zillertal in die Welt
„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ – auf allen Kontinenten und in über 300 Sprachen sowie Dialekten erklingt der besinnliche Klassiker zur Weihnachtszeit. Aber wer hätte gewusst, dass die kleine Melodie ihren Weltruhm den Tiroler Nationalsängern zu verdanken hat? An Heiligabend 1818 in der Oberndorfer Nikola-Kirche bei Salzburg wurde sie erstmals gesungen. Der Zufall wollte, dass Orgelbauer Carl Mauracher zu der Zeit vor Ort war. Er nahm das Lied kurzerhand mit in seine Heimat Fügen im Zillertal. So heißt es zumindest. Sicher ist, dass „Stille Nacht! Heilige Nacht“ von dort die Welt eroberte. Dafür legten Ludwig Rainer und seine Geschwister den Grundstein: Im Schloss Fügen trugen es die jungen Musiker Kaiser Franz I. und dem russischen Zaren Alexander I. vor. Es folgten Auftritte in Deutschland, Großbritannien, Russland und sogar New York. So avancierte „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ zum weihnachtlichen Welt-Hit. Im Fügener Heimatmuseum lauschen Besucher heute alten Schallplattenversionen oder bestaunen originale Schriftstücke, Fotos und andere Memorabilien. Tipp: Vom österreichischen Skigebiet Hochfügen liegt das Museum nur 20 Autominuten entfernt. Wer neugierig geworden ist, plant beim nächsten Pistenurlaub einen Abstecher ein. www.stillenacht.com, www.hochfuegenski.com
Foto (download): Von Fügen im Tiroler Zillertal eroberte das Weihnachtslied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ Anfang des 19. Jahrhunderts die Welt. Das dortige Museum liegt nur einen Steinwurf vom österreichischen Skigebiet Hochfügen entfernt. Bildnachweis: Salzburger Land Tourismus

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