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17. Dezember 2019
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Neue Auszeichnung im Tessin/Schweiz

Osterprozessionen in Mendrisio sind jetzt UNESCO-Kulturerbe

(Pressemeldung übernommen von Tessin Tourismus)
Eine uralte Tradition eindrücklich gelebt: Das sind die historischen Osterprozessionen von Mendrisio im Süden der Schweiz. Seit Dezember 2019 führt die UNESCO die Tessiner Prozessionen offiziell als „immaterielles Kulturerbe der Menschheit“. Sie finden jedes Jahr an Gründonnerstag und Karfreitag statt, 2020 am 9. und 10. April. www.ticino.ch, www.processionimendrisio.ch 

Uralte Tradition und seit Dezember 2019 UNESCO-Kulturerbe: die Osterprozessionen in Mendrisio/Tessin. Bildnachweis: Ticino Turismo/Fotograf Luca Crivelli 

Schaulustige strömen von weit her herbei, um zu sehen, wie Jesus das Kreuz durch das Städtchen trägt, das die Einheimischen stolz magnifico borgo („prachtvoller Ort“) nennen. Vor der Kulisse der historischen Gebäude mit ihren bemalten Fassaden und den mittelalterlichen und barocken Kirchen fühlt sich der Besucher beim Anblick des Spektakels in eine andere Zeit versetzt. Höhepunkt ist der Umzug „La Funziun di Giüdee“ bei Sonnenuntergang am Gründonnerstag, bei dem 270 Darsteller mitwirken. Er ist dem Kreuzweg Kristi gewidmet. Die biblischen Protagonisten der Prozession stammen aus der Umgebung und tragen Kostüme, die 1989 von der Mailänder Scala erworben wurden. Sie verkörpern die Krieger des Hohen Rates, Longinus, Veronika, die drei Marien, die Jünger, die beiden Diebe, die Würfelspieler, Pontius Pilatus, König Herodes, der Hohepriester und weitere historische Figuren. Die Prozession vom Karfreitag hat hingegen einen eher liturgisch-religiösen Charakter, der bis ins Mittelalter zurückreicht. 700 Teilnehmer schreiten dabei mit zeremoniellen Objekten und in Begleitung einer Musikkapelle durch die Straßen von Mendrisio.
Foto (download): Uralte Tradition und seit Dezember 2019 UNESCO-Kulturerbe: die Osterprozessionen in Mendrisio/Tessin. Bildnachweis: Ticino Turismo/Fotograf Luca Crivelli

Als „immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ führt die UNESCO seit Dezember 2019 die Osterprozessionen im Tessiner Mendrisiotto. Bildnachweis: Ticino Turismo/Fotograf Luca Crivelli 

Fester Bestandteil der Osterprozessionen im Tessiner Süden sind die „Trasparenti“, die zu Beginn der Karwoche in der Altstadt von Mendrisio entfaltet werden. Es handelt sich um Schaubilder auf durchsichtigem Stoff mit Motiven rund um das Leiden Christi, die am Gründonnerstag mit Lampions von innen leuchten und die Stadt in ein magisches Licht hüllen. Die außergewöhnliche Anfertigungstechnik der Leinwände und die Weitergabe dieses Wissens von Generation zu Generation war ein wesentliches Element des UNESCO-Entscheids. In 2017 wurde im Casa Croci in Mendriso ein Museum eingerichtet, in dem dieses künstlerische und geschichtliche Erbe des Mendrisiotto rund ums Jahr bestaunt werden kann. Besondere Beachtung verdienen die Werke des Malers Giovan Battista Bagutti (Rovio, 1742-1823), der bis 1792 die ersten 58 Transparente der Sammlung schuf und somit den Grundstein für diese Tradition legte. Der Anfertigungstechnik der Leinwände widmet sich der zweite Stock der Casa Croci. Anhand von Videos, Aussagen von Zeitzeugen, Fotos aus den Werkstätten sowie Arbeitsinstrumenten wird den Besuchern die technische Komplexität der kunsthandwerklichen Arbeit näher gebracht. www.processionimendrisio.ch 
Foto (download): Als „immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ führt die UNESCO seit Dezember 2019 die Osterprozessionen im Tessiner Mendrisiotto. Bildnachweis: Ticino Turismo/Fotograf Luca Crivelli 

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